Kinder von Zuwanderern an der ihnen angemessenen weiterführenden Schulart beschulen

Problem

Abgesehen von Übergangsklassen an Mittelschulen gibt es für Zuwandererkinder mit geringen Deutschkenntnissen oder ganz ohne solche kaum Möglichkeiten, ihre Schulbildung auf dem in ihrem Heimatland eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Wer in seinem Heimatland eine Schule besucht hat, die der Fachoberschule, dem Gymnasium oder der Realschule ähnelt, muss in Bayern ganz überwiegend den zeitraubenden Weg über die Mittelschule einschlagen.

Der bayerische Elternverband begrüßt bereits vorhandene Modellprojekte an wenigen weiterführenden Schulen abseits der Mittelschule, vermisst aber die auch bei jenen notwendige sofortige bedarfsdeckende Versorgung.

Der Bayerische Landtag möge beschließen:

Für Kinder von Zuwanderern mit geringen oder ganz ohne Deutschkenntnisse/n werden auch an Realschulen, Gymnasien und Fachoberschulen Möglichkeiten geschaffen, ihre im Heimatland begonnene Schullaufbahn nahtlos fortzusetzen.

Nach den an der Mittelschule vorhandenen Modellen werden bedarfsdeckend auch an diesen Schularten Deutschförderklassen, Deutschförderkurse und Übergangsklassen eingerichtet, um die Kenntnis der deutschen Sprache gezielt zu fördern. Sie können auch jahrgangsübergreifend sein.

Abgelehnte Lehramtsbewerber für das Fach Deutsch werden für Deutsch als Zweitsprache nachqualifiziert und an diesen Schularten angestellt, um den Kindern die deutsche Sprache zu vermitteln und den Übergang in die passenden Jahrgangsstufen zu ermöglichen.

Wo in Wohnortnähe keine derartigen Klassen zustande kommen, werden die Kosten für den Schulweg zum nächstmöglichen derartigen Angebot einer Fachoberschule, eines Gymnasiums oder einer Realschule übernommen.

Die Einstufung eines Kindes in die passende Jahrgangsstufe erfolgt anhand der Kompetenz- bzw. Wissensraster oder Bildungsstandards des Herkunftslandes im Vergleich mit den in Bayern geltenden. Wo dieser Vergleich nicht möglich ist, wird anhand eines Tests eingestuft.

Um die Schulen vor Ort bei der Einstufung zu entlasten, erstellt das Schulministerium eine Synopse der im Freistaat Bayern gültigen Kompetenz- bzw. Wissensraster oder Bildungsstandards mit denen der häufigsten Herkunftsländer.

Bayerischer Elternverband e. V.
Martin Löwe, Landesvorsitzender