Bayerischer Elternverband hält Maskenpflicht im Unterricht für vertretbar - Schüler zeigen Verantwortungsbewusstsein

Die am Montag beim Schulgipfel in der Staatskanzlei getroffene Vereinbarung zum Tragen von Masken in den weiterführenden Schulen hält der Bayerische Elternverband (BEV) für angemessen und vertretbar. Seitdem aber bringen aufgebrachte Eltern die Leitungen des BEV an ihre Kapazitätsgrenzen. Ihr Vorwurf lautet, der BEV hätte das Tragen von Masken im Unterricht gefordert, was jedoch nicht zutrifft. Im Gegenteil, der BEV hatte dagegen protestiert, wollte aber bei den weiterführenden Schulen die Vorstellungen und Wünsche der Schülervertretungen berücksichtigt wissen. Diese sprachen sich für Masken aus.

Martin Löwe, der am Montag als Landesvorsitzender bei der von Ministerpräsident Söder einberufenen Zusammenkunft von Repräsentanten der "Schulfamilie" den BEV vertreten hatte, ist darüber positiv überrascht: "Die Schüler übernehmen hier in vorbildlicher Weise Verantwortung für den Schutz ihrer Mitschüler und nehmen eine Herausforderung an, die ihnen ihre Eltern offenbar nicht zugemutet hätten." Die Tendenz, dass Eltern ihren Kindern nicht viel zutrauen oder zumuten wollen, sei es beim unbegleiteten Schulweg zu Fuß, dem selbständigen Erledigen der Hausaufgaben oder beim Tragen der Maske, sieht der BEV durchaus kritisch. So würden den Kindern Chancen genommen, an Herausforderungen zu wachsen.

"Natürlich wollen Eltern mit dem Maskenprotest ihre Kinder lediglich vor Nachteilen bewahren", sagt Löwe. "Letztere entstehen aber vor allem bei unsachgemäßem Gebrauch." Der BEV ist davon überzeugt, dass der Nutzen von Masken ihre möglichen Nachteile bei weitem überwiegt und mahnt, beides im rechten Verhältnis zueinander zu betrachten. Für begründete Fälle gebe es außerdem die Möglichkeit der Befreiung von der Masken- wie auch von der Präsenzpflicht[1].

Auch das Geld, das Masken kosten, hält der BEV für gut angelegt. Allerdings fordert er nun vom Kultusministerium oder Gesundheitsministerium, umgehend die für die Schule geeigneten Maskentypen sowie Regeln für den richtigen Umgang mit ihnen in leicht verständlicher Weise den Eltern zuzuleiten, damit Gefahren ausgeschlossen werden. Ferner müsste jede Schule Ersatzmasken vorhalten.

Schon im Vorfeld des Schulgipfels hatte der BEV allerdings gefordert, die Dichte in den Klassenzimmern zu reduzieren, indem man Schüler, die im Frühjahr und Sommer gut mit dem Distanzunterricht zurecht gekommen waren, nun weitgehend weiter zu Hause unterrichtet. "In nicht wenigen Klassenräumen könnte so vielleicht schon der notwendige Mindestabstand hergestellt werden, und mit jedem Schüler weniger wäre die Raumluft weniger belastet", ist Löwe überzeugt. "Wir bedauern, dass den Schulen diese Möglichkeit bisher nicht eingeräumt wurde."


[1] Vgl. Abschn. IV Nr. 5 sowie Nr. 12 des Rahmen-Hygieneplans zur Umsetzung des Schutz- und Hygienekonzepts für Schulen vom 02.09.2020 (Quelle: https://www.km.bayern.de/download/23568_Rahmen-Hygieneplan-Schulen-Bayern_Stand-02.09.20_final.pdf)


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Der Bayerische Elternverband steht allen Eltern in Bayern offen. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

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