Bayerischer Elternverband fordert angesichts der Bertelsmann-Studie Verlässlichkeit bei der Lehrerversorgung

Nach all den Jahren, in denen wegen sinkender Schülerzahlen Schulstandorte geschlossen werden mussten, sieht der Bayerische Elternverband e. V. (BEV) den in der neuen Bertelsmann-Studie prognostizierten "Schülerboom" mit gemischten Gefühlen. "Für sich genommen ist die Zunahme an Schülern ein überaus positives Signal für unser Land", sagt der BEV-Landesvorsitzende Martin Löwe. "Wenn man aber die Schwierigkeiten bei der Lehrerversorgung in den Blick nimmt, die ohnehin jährlich auftreten und im nun auslaufenden Schuljahr besonders ausgeprägt waren, kann einem bei der Aussicht auf einen weiteren Anstieg angst und bange werden."

Nach Angaben des Kultusministeriums wird es bereits zum kommenden Schuljahr an Förder-, Grund- und Mittelschulen eine Zunahme von etwa 2.600 oder rund 6% Schülern geben, die jedoch, so das Ministerium weiter, durch ein größeres Angebot an Lehramtsbewerbern aufgefangen würde. "Dies vernehmen wir mit Skepsis", so Löwe. "Die Lehrerversorgung in Bayern ist ohnehin stets nur auf Kante genäht. Mit dem amtlichen Trick, dass Unterricht nur dann als ausgefallen gilt, wenn die Schüler nicht einmal mehr beaufsichtigt werden können, lässt sich die Lage nicht kaschieren. Klassen notdürftig aufzuteilen oder Filme anzusehen, hat nichts mit gesicherter Unterrichtsversorgung zu tun."

Dies hatte der BEV im Laufe des Schuljahres zu spüren bekommen, als bei ihm die Drähte heiß liefen. Elterngruppen sahen sich wegen der schlechten Unterrichtsversorgung zu Brandbriefen, Diskussionsrunden und Petitionen veranlasst. Einige von ihnen - nebst einer der GEW zum selben Thema - werden am morgigen Donnerstag im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags behandelt.

Löwe schließt: "Wir fordern das bayerische Kultusministerium auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um sich auf die prognostizierte Zunahme der Schüler vorzubereiten - und zwar nicht nur nach dem bisherigen 'Trick-Maßstab'. Dem Lehramt an Förder-, Grund- und Mittelschulen kommt dabei besondere gesellschaftliche Bedeutung zu. Angesichts des schon jetzt gegebenen Mangels an Bewerbern muss die Attraktivität dieses Bereichs gesteigert werden, und zwar über gleiche Bezahlung für alle Lehrämter!"

 


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